Adaptiver Rückspiegel ESG Mobility | © ESG Mobility

adaptiver rückspiegel

Die Digitalisierung des Außenspiegels

Die Zukunft des Außenspiegels ist intuitiv, clever und vor allem: sicher

Fahrzeuge der aktuellen Generation erfreuen sich an einer enormen Zahl technischer Neuerungen. Heads Up Display, automatisches Einparken, komplette Sprachsteuerung: Die Liste der fortschrittlichen Helferlein im Auto wächst tagtäglich. Da scheint es auf den ersten Blick durchaus eigenartig, dass ein so klassisches – und wichtiges – Bauteil wie der Außenspiegel nicht schon längst digitalisiert wurde. Was schnell formuliert allerdings salopp und beiläufig lösbar klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen indes als komplexes Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Die ESG Mobility hat sich dieses wichtigen Aspekts automobiler Sicherheit angenommen – und ein digitales Pendant mit neuen Features erschaffen.

Wie viel Usability steckt in der automobilen Zukunft?
 

Der Hintergrund, vor dem die Entwicklung eines adaptiven Rückspiegels vorangetrieben wurde, wirft Fragen auf, vor allem hinsichtlich der Usability. Aktuelle Smartphones, gleich welchen Herstellers, greifen auf die grundlegend gleiche Technologie zurück. Anders sieht es in Fahrzeugen aus. Wo der eine Hersteller ein Touch-Display verbaut, muss der Fahrer beim nächsten Modell Tasten drücken oder Knöpfe drehen – oder darf alles mit der Stimme steuern, weil auf ein klassisches Interface verzichtet wurde.

Diese, wohlmeinend Bandbreite an Möglichkeiten genannte Vielfalt ergibt sich beinahe zwangsläufig, betrachtet man die rasante Entwicklung vom Fahrzeug zum rollenden Endgerät. Bei der Unmenge möglicher und handfester Schnittstellen ist ein ganzheitliches Konzept zumindest eine Herausforderung. So mag man durchaus gelegentlich innehalten und angesichts der vielen verschiedenen Optionen vermuten, dass Features in modernen Fahrzeugen vielen Zwecken dienen, aber nur selten dem Komfort des Fahrers.

Wozu ein adaptiver Rückspiegel in Zeiten des autonomen Fahrens?
 

Viele neue Technologien fallen im Grunde in den Infotainment-Bereich. Im automatisierten Fahrzeug von Morgen stecken allerdings auch hochsensible Fahrfunktionen, die ebenfalls unterschiedlicher nicht sein könnten. „Wir wechseln ja nicht von heute auf morgen ins autonome Zeitalter, sondern geben nur Schritt für Schritt die Kontrolle an die Maschine ab. Das heißt aber auch, dass wir noch für eine lange Zeit im Bedarfsfall die Kontrolle von der Maschine an uns zurück übergeben lassen müssen.“, so Sebastian Miglietta aus UX/UI-Team der ESG Mobility. Gerade bei solchen automatisierten Fahrfunktionen kommt der Mensch-Maschine-Schnittstelle also entscheidende Bedeutung zu. 

In A Nutshell

  • UX/UI (User Experience & Interface)
  • HMI (Human-Machine-Interface)
  • Human Factors
  • Augmented Reality
  • Image Recognition
Marius Wrzesniewski ESG Mobility | © ESG Mobility
Marius Wrzesniewski
HMI Experte

Frag uns was!

Sicher: Früher war es einfacher. Kupplung, Gas, Bremse. Egal, um welches Auto es sich handelte, die Bedienung unterschied sich nur in Details. Beim hochautomatisierten Fahren allerdings kann nur eine intuitiv verständliche, nach einheitlichen Standards gestaltete Schnittstelle dafür sorgen, dass Fahrer wissen, wann und wie sie ihr Fahrzeug wieder übernehmen müssen.

Und das gilt nicht nur für das automatisierte Fahren. Natürlich sollen sich Fahrzeuge verschiedener Hersteller auch weiterhin über das User-Interface differenzieren können. Das grundlegende Konzept sollte dennoch möglichst einheitlich sein und wenig Interpretationsspielraum bieten. Das Anknüpfen an erlernte Muster ist dabei eine wichtige Komponente. Wenn neue Technik den Weg ins Auto findet, dann möglichst auf eine Weise, die keine große Umstellung nötig macht. Dabei – und hier schließt sich der Kreis – können, dürfen, sollen Konzepte aus der Welt der Smartphones genauso in die Entwicklung einfließen wie die Anknüpfung an bereits vorhandene Fahrfunktionen. Um genau dieses gedankliche Modell zu verdeutlichen, eignet sich die Funktionalität einer klassischen Komponente wie der des Außenspiegels hervorragend.

Der digitale adaptive Außenspiegel
 

Im Wesentlichen besteht der adaptive, digitale Außenspiegel der ESG Mobility aus einer hochauflösenden Kamera, die an der Seite des Fahrzeugs angebracht wird. Zusätzliche Parts sind ein Anzeigebereich im Dashboard sowie ein Blickerfassungssystem.

Letzteres ist erforderlich, um den großen Nachteil konventioneller Kamera-Monitor-Systeme auszugleichen. Anders als bei einem klassischen Spiegel ist der sichtbare Bildausschnitt bei derartigen Systemen statisch. Um dies zu ändern, wählte die ESG Mobility einen intuitiven Ansatz, den wir als Autofahrer längst gewöhnt sind: Durch die Kopfbewegung ändert sich der Sichtbereich so, wie wir es von einem konventionellen Außenspiegel kennen. Wird vom System etwa eine Kopfbewegung nach links oder rechts erkannt, passt sich das Bild der Kamera entsprechend an – und ermöglicht somit den Blick auf Objekte außerhalb des ursprünglichen Sichtbereichs. Die Position der Kamera muss hierzu nicht verändert werden. Lediglich der Ausschnitt eines hochauflösenden Kamerabilds wird verschoben.

Dies macht auch einen Verstärkungseffekt denkbar, durch den schon vergleichsweise kleine Kopfbewegungen für eine Verschiebung ausreichen würde. Bewegt der Fahrer den Kopf auf das Bild zu, kann ein digitaler Zoom ebenfalls realisiert werden. „Aus Sicht der User Experience ist der adaptive und digitale Außenspiegel eine smarte Lösung – der Fahrer kann auf seine gewohnten Verhaltensmuster zurückgreifen und muss kein weiteres, neues System erlernen“, so Sebastian Miglietta.

Neue Wege gehen, ohne Altbewährtes zu vergessen
 

Gerade bei alltäglichen Übungen wie dem Rangieren und Einparken des Fahrzeugs kommen die Vorteile des adaptiven Spiegels zu tragen. Mit dem digitalen Pendant zum klassischen Außenspiegel öffnet sich außerdem an ganzes Feld neuer Funktions-Möglichkeiten, die Fahrer aktiv unterstützen können. Dabei sind der geringere Luftwiderstand am Fahrzeug und das Einsparen mechanischer Bauteile nur einige weitere Vorteile.

Objekte in der Umgebung, die besondere Aufmerksamkeit des Fahrers erfordern, können mit ins Bild eingeblendeten Grafiken verdeutlicht werden – Augmented Vision, schon heute Realität. Eine digitale Abbildung der Außenwelt ermöglicht Nachtsichtfunktionen, indem das gewöhnliche Kamerabild mit Infrarot ergänzt wird. Bei Rangiervorgängen, die keinen direkten Sichtkontakt ermöglichen – man denke an Anhänger oder Wohnmobile – können weitere Kameras am zusätzlichen Objekt angebracht und zugeschaltet werden.

Es mag noch länger dauern, Gemeinsamkeit in Sachen Usability über alle Fahrzeughersteller hinweg zu finden. Der Mag dahin mag auch steinig werden. Der digitale adaptive Außenspiegel zeigt indes, auf was es in der Zukunft ankommt: Den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen.